„Auf jauchzet im
herbstlichen Bergwald, des jagenden Hundes Geläut.
Auf Fuchs und auf Has' geht es heute, mein Wachtel und ich sind
die Meut ...“
So beginnt die Lobeshymne auf unseren Deutschen Wachtelhund und
beschreibt in aller Kürze, dass der Wachtelhund stöbert,
sucht, findet und brackenähnlich jagt. Weiters kann man heraushören,
dass der Wachtelhund kein Meutehund ist und nicht ins reine Feldrevier
gehört.
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„noch unverdorben“ |
Wenn der Verein für Deutsche Wachtelhunde
auch erst 100 Jahre alt ist (gegr. 1903), so wurde die Rasse schon
vor über
300 Jahren folgend beschrieben:
„Diese Hunde suchen fleißig, auch in Dornen und im Wasser
und gleichen einer Kreuzung aus einem Dachsschliefer und einem Hühnerhund“!
Der Wachtel ähnelt im Aussehen dem Deutsch-Langhaar, hat aber
eine Schulterhöhe von nur ca. 50 cm.
Das robuste Haar macht den Hund unempfindlich, die Arbeit mit tiefer
Nase zum guten Nachsuchenhund, die Apportierfreude zum Verlorenbringer
und seine Schärfe gepaart mit Klugheit und Jagdverstand machen
ihn zu dem, was er heute ist – ein universell einsetzbarer
Gebrauchshund.
Beim Wachtel kennen wir zwei Farbschläge, den Braunen und
den Braunschimmel, die getrennt gezüchtet werden, um bei Bedarf
eine gegenseitige Genreserve zu haben.
Beide Stämme wurden speziell nach dem 2. Weltkrieg stark vermischt,
sodass man sie heute in ihren Eigenschaften kaum unterscheiden
kann. Die grobzelligen Braunen waren meist „Kurzjaga“;
die feinzelligen Schimmel „Weitjaga“.
In Österreich fallen jährlich ca. 50 Welpen, die von
Jägern für Jäger gezüchtet werden.
Fliehburg-Wachtel
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Braune v. „Pürschhaus“
unsere ersten Wachtel |
Seit 1977 trage ich den „Grünen
Rock“ und kam
auch bald zu meinem ersten Hund. Es war ein grobzelliger, brauner „Pürschhaus“-Wachtel
aus der Lobau, ein guter Stöberer, Schweiß- und Wasserhund
vor allem ein ganz vorzüglicher Verlorenbringer. Aber als
typischer Brauner leider ein „Kurzjaga“ und von Haus
aus bogenrein, geradezu der ideale Hund für die Drück-(Kreis-),
Buschier- und Stöberjagden in den wildreicheren
und zahmeren Revieren unserer östlichen Bundesländer.
Auf Fuchs und Has' im Bergrevier braucht's andere „Kaliber“ und
so entschied ich mich aus der Überlegung heraus, eher einen
langjagenden Wachtel als eine wasserfreudige Bracke zu erhalten
(unter Wasserfreude verstehe ich „Winterdienst“ bei
tiefsten Temperaturen in der Treibeis führenden Drau), für
einen Wachtel aus „Weitjaga“-Linien und für die
vom Wachtel-Kenner R. John empfohlene und ausgesuchte Wachteline
„Xita v.d. Lüttgenheide“ 1428 aus
der Lüneburger
Heide.
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die wilde „Xita“ |
Die Hetzleidenschaft
dieser Schimmelhündin war grenzenlos
und auf gesunden Reh- und Gamsfährten oft zum Verzweifeln.
Nicht einmal meine wildesten Terrier konnten ihr in diesem Fach
das Wasser reichen. Wie meine besten Hunde ist auch sie nicht
alt geworden und in der Jagd geblieben.
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ÖJPS „Solojägers
Dux“ |
Mit „Robin v.d. Roten Au“ 1236 und „Solojägers
Dux“ 1452 vererbte „Xita“ 1428 ihrem
Nachwuchs das Rüstzeug erstklassiger Wachtel. Über ihre
Kinder, dem wüst scharfen „Hatz“ 1578,
ein Rabauke ohne Heimweh, der seinen Namen zu ehren, halb Oberkärnten
auf den Kopf stellte,
seinem Wurfbruder „Hektor“ 1579,
der als tüchtiger Saufinder und bester Schweißhund in
der Wachau berühmt war
und der schon bei Lebzeiten legendären „Fuchtel“ 1526 sind
die „Fliehburger“ in der österreichischen
Zucht dick vertreten, zumal „Yonne v. Wildföhrenstein“ 1863 aus
der Halbgeschwisterpaarung „Fuchtel“ 1526 x „Hektor“ 1579,
eine durch Raubzeugschärfe besonders ausgezeichnete Hündin
und gute Vererberin, die Stammhündin einiger Schimmelzuchten
geworden ist. So z.B.
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ÖJPS Veit v.d. Fliehburg
2076/00
Würger und Verweiser
kapitaler Zuchtrüde
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Ist der Wachtel auch „Hasenhund“ ?
Zum Phänomen Hasenhund sind die Meinungen gleich verschieden
wie die Köpfe die sich darüber Gedanken machen. Sicher
und bedauerlich ist, dass das Brackieren auf Fuchs und Hase, eine
der wohl reizvollsten und spannendsten Jagdarten immer mehr verschwindet
und mit ihr Hand in Hand der Hasenhund. Was soll's, Meister Lampe
hat eh keine Enden und Kronen und wegen einem Has' soviel Zeit
vergeuden, da kommt der Trophäenkult ja ganz zu kurz!
In unserer Gegend hat das „Hasl'n“ noch große
Tradition und so manchem „Brackenjaga“ ist ein Waidmannsheil
auf dieses Wild mehr wert als ein guter Gams oder braver 12-Ender.
Letzteren würde ich nicht auslassen, bin aber deswegen nicht
der kleinere „Hunds- und Hasenlapp“!
Zurück zum „Weitjaga“ und zur Frage, ist dieser
auch „Hasenhund“ ?
J a und N e i n !
Bei „Ja“ wären das Raritäten und besonders
seltene Glücksfälle, bei „Nein“ sind es bis
auf ganz wenige Ausnahmen alle vielseitig veranlagten „Vollgebrauchshunde“,
so auch der Wachtel und seine „Weitjaga“!
Die Rede ist von Deutschen Wachtelhunden, die
mit eisernen Spurwillen und Spurtreue ihr einmal aufgenommenes
Wild und nur dieses anhaltend jagen und nach beendeter Hatz schleunigst
und verlässlich
zum Führer
zurückkehren und nicht von jenen der übelsten Sorte,
den notorischen Abhauern, „Fernaufklärern“ und
„Strawanzern“, die noch dazu mangels an Orientierungsinn oder fehlender „Herrentreue“ nicht
zurückkommen, in der Gegend herumirren und dann irgendwo
jemanden zulaufen oder von solchen, die von Fährte zu Fährte
changierend die Botanik durchstrolchen und auch kein Schuß Pulver
wert sind (gilt für alle Rassen!).
Meine Schimmel waren leidenschaftliche, zähe,
spurfanatische Wachtel, die besonders auf der Hatz waidwunden Wildes
alle Stückl'n
spielten, angebleite Füchse und laufkranke Rehe fingen und
wenn alles passte, auch Meister Lampe auf-, rundum und vor
die Flinte brachten. Trotzdem waren es keine Hasenhunde – bis
auf einen: „Solojägers
Juventa“ ZBDW 55/91.
Der geborene Hasenhund ist reiner Spezialist. Der deutsche Stöberer
ist der vielseitig verwendbare Jagdgehilfe und darauf: WACHTELHEIL!
Wegen meiner Vorliebe und Begeisterung für
die Brackierjagd bin ich auf der Suche nach dem klassischen Hasenhund
ins Brackenlager gewechselt.
Die Schneid und Passion meiner Wachtel
und Jagdterrier vor Augen und quasi als „Gradmesser“ im
Hinterkopf, befasse ich mich seit einiger Zeit mit der Führung
und Züchtung Alpenländischer Dachsbracken.
Als anerkannte
Schweißhunderasse ist die Alpenländische
Dachsbracke vor allem ein Spezialist auf dem Gebiet der Schweißarbeit
und darüber hinaus ein ganz vorzüglicher Hund auf Fuchs
und Has' in der Lauten Jagd. Mit ihr wird die Jagd zum Weidwerk!
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„Herrliche
Beute“ |
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